Textildesign

Accessoires für Weltretter und Designliebhaber

Früher gab es sie noch, die Dachböden und Schuppen mit allem Krempel, den man vielleicht irgendwann noch einmal gebrauchen könnte. Die Räume, in denen sich all diese faszinierenden Schätze stapelten, waren für mich als Kind ein Paradies. Heute jedoch sind Dachboden und Schuppen verschwunden, einfach wegrationalisiert.

Scheinbar Alles ist käuflich, verfügbar rund um die Uhr. Vorräte für schlechte Zeiten – unnützes Zeug! Fast alles was Gebrauchsspuren trägt oder kaputt ist, kommt gleich auf den Müll. Nachdenken über den Wert der Dinge – tun die wenigsten!

Für mich ein Grund mehr: In meinem kleinen Atelier sammle ich solches, scheinbar unnützes Zeug. Plastiktüten, Stanniolpapier, geerbte Kurzwaren und gebrauchte Kleider ordne ich, um sie zu verwandeln und ihnen neues Leben einzuhauchen. Daraus zaubere ich meine Accessoires frei nach dem Motto: „Einfälle statt Abfälle!“

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Rainer Pilz prägte 1994 hierfür den Begriff Upcycling. Er machte deutlich, dass Recycling nicht die einzige Lösung unserer Abfallprobleme sein kann. Er nennt es „Downcycling“, weil erst einmal alles in kleine Teile geschreddert wird. Im Gegensatz dazu steigern alte Produkte durch Upcycling ihren Wert.

Vier Gründe, warum Upcycling die Welt ein Stückchen besser macht:

  1. Müllvermeidung
  2. Geringerer Energieaufwand als beim Recycling
  3. Kreative Arbeit steigert den Ausgangswert der Sachen
  4. Jeder kann mitmachen und alten Dingen neues Leben einhauchen!

Ich entwickle meinen eigenen Stil, unabhängig von bloßen Trends. Ich möchte mit meinen Produkten eine Alternative zur Wegwerfgesellschaft bieten. Damit führe ich Gedanken und Werte meiner Diplomarbeit „Kulturgut statt Ware!“ praktisch weiter. Ich suche nach den Geschichten ausrangierter Sachen, integriere Gebrauchsspuren in den Designprozess. Dadurch verwirkliche ich meinen Traum von Unikaten mit unverwechselbarem Charakter für mehr Fairness und Nachhaltigkeit in unserem Leben.

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Strukturwandel

Bei diesen Textilien handelt es sich um flexible Gestricke, die erst im Gebrauch all ihre Facetten offenbaren. Das Thema Flexibilität zieht sich wie ein roter Faden durch meine Designarbeiten, weil ich sie für eine der zukunftsweisenden Produkteigenschaften halte. Ich denke, dass meine Gestricke dem Nutzer mehr Flexibilität bieten als andere, da sie nicht nur biegsame Flächen sind, sondern zusätzlich ihre Ausdehnung ändern können. Sie passen sich immer wieder individuell an verschiedene Körper an und verwandeln gleichzeitig in verblüffender Art und Weise ihr Aussehen. Ihr Geheimnis: Sie falten und entfalten sich ähnlich wie Origamis. Wie der Titel schon sagt, wandelt sich die Struktur meiner Gestricke. Ein auf den ersten Blick opakes Gestrick kann unter Spannung transparent werden. Eine dreidimensionale Struktur verflacht zu geometrischen Mustern. Auf diese Weise verändert sich der Gesamteindruck während der Benutzung stark. Beim bloßen „Daliegen“ zeigen meine Gestricke uns, dem Nutzer, nur einen kleinen Teil ihres Charakters. Sie enthüllen ihr wahres Gesicht erst während des Gebrauchs, erst dann offenbaren sie nach und nach all ihre Facetten. Sie fordern zur Benutzung auf, ja sie müssen gebraucht werden! ~

Entwürfe für Rubelli

Stoffe, die im Praktikum bei Rubelli S.P.A. Venezia entstanden.

Opulente Stoffe – Schwelgen in Seide …

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Fensterkleider

Textile Landschaften zum Nachdenken und Träumen

Meine Intention ist es industriell hergestellten Produkten dezente Individualität zu verleihen. Flottende, sich wellende Schüsse oder Spezialfäden beziehen den Zufall auf charmante Weise ein und machen Stoffe zu Unikaten. Dies geschieht zurückhaltend wie in einer Landschaft, die durch Naturgesetze zwar geformt wird, trotzdem aber nicht uniform ist. Man nimmt auf den ersten Blick die vordergründigen Gesetzmäßigkeiten wahr und  entdeckt später immer wieder neue Details und Eigenschaften. So ergeben sich verschiedene Spiele zwischen Licht und Farbe, Material und Relief in einem zeitlichen Ablauf.  Diese sind für den Rezipienten erst nach einem gewissen Gebrauch erschließbar. Spannend finde ich zusätzlich dem Nutzer eine Möglichkeit von Umgestaltung offen zu lassen. Durch die Veränderung  von Ästhetik und Wahrnehmung entwickelt sich eine persönliche Beziehung zum Textil. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der Curt Bauer GmbH realisiert. ~

Experimentelle Falten

Handgewebt – Leinenkette

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